14. Oktober 2016
Thema: „Recht und Gerechtigkeit – ein Spannungsverhältnis?“

Impulsgeber / Vorträge

Dr. Peter Frank, der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, Karlsruhe
Dr. Henning Schulte-Noelle, ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender bei der Allianz SE, München

Kernfragen

  • Was ist Gerechtigkeit und wie lässt sie sich durch Rechtsnormen verwirklichen?
  • Wie beeinflussen Gerechtigkeitsvorstellungen die bestehende Güterverteilung in einer Gesellschaft?
  • Wie kann in den verschiedenen Rechtsgebieten darauf hingewirkt werden, dass Rechtsnormen dem Primat der Gerechtigkeit folgen?
  • Auf welche Weise erschweren Globalisierung und Digitalisierung rechtliche Regulierungen angemessen abzustimmen und weiter zu entwickeln?

Zentrale Aussagen und Ergebnisse

  • Jeder hat ein anderes Gerechtigkeitsempfinden
  • Zur Findung gerechter Lösungen braucht es eine faire Ausbalancierung der Interessen
  • Die Wirtschaft muss sich auf die aktuellen Kommunikationskanäle einstellen und sich mehr mit der Politik verknüpfen
  • „Das Ziel von Recht ist nicht das Erreichen der Gerechtigkeit“, sondern Recht soll als Ordnungsfaktor dienen
  • „Ohne Gerechtigkeit gibt es kein Recht“
  • Es gibt keine allgemeine Definition von Gerechtigkeit, da sie von jedem anders ausgefasst wird und sich aus Werten und Normen der Gesellschaft definiert
  • Ob Digitalisierung zu mehr oder weniger Gerechtigkeit führt, wird sich im Zeitverlauf zeigen
  • Die Förderung einer politischen Diskussion im sozialen Umfeld muss vorangetrieben werden
  • Während Recht als statische Größe angesehen werden kann, kennzeichnet sich Gerechtigkeit durch dynamische Aspekte aus
  • Jedes Rechtswertesystem ist relativ
  • Recht und Moral sind zwei voneinander unabhängige Wertesysteme