Rückblick 53. Benediktbeurer Management-Gespräche

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17. April 2026

Thema „Mentale Gesundheit – Resilienz als Zukunftskompetenz”

Impulsgeber/Vorträge:

Prof. Dr. phil. Dr. habil. med. Niko Kohls – Medizinpsychologe, Fakultät Angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit, Hochschule Coburg

Dr. Stefanie Kainzbauer, Abteilungsleitung Profil und Entwicklung Caritas Unterfranken und system. Coach (Führungskräfteentwicklung) / Fitness Trainerin

Die 53. Benediktbeurer Management-Gespräche wurden freundlicherweise von der BEE Medic Gruppe, Schweiz finanziell unterstützt.

Kernfragen

  • Wie kann eine Organisation Rahmenbedingungen schaffen, die psychische Gesundheit fördern und Belastungen früh erkennbar machen?
  • Welche Rolle spielen Führungskräfte dabei, Resilienz im Team zu stärken und eine offene Gesprächskultur zu ermöglichen?
  • Wie lassen sich Leistungsanforderungen, Ressourcen und Handlungsspielräume so austarieren, dass Überlastung vermieden wird?
  • Welche Strukturen und Unterstützungsangebote benötigen Mitarbeitende, um mit Stress und Veränderungen konstruktiv umgehen zu können?

Zentrale Aussagen und Ergebnisse:

  • Arbeit und Leben sind keine Gegensätze: Führung sollte Sinn, Freude und Entwicklung in der Arbeit ermöglichen – nicht künstlich trennen.
  • Die Realität ist BANI, nicht VUCA: Brüche, Angst, Nicht-Linearität und Unverständlichkeit erfordern Führung, die mit Unsicherheit und Spannung umgehen kann.
  • Stress ist ambivalent: kurzfristig leistungsfördernd, langfristig entscheidungsschädigend. Führung muss Bedingungen schaffen, in denen Entscheidungsfähigkeit erhalten bleibt.
  • Resilienz ist ein Gemeinschaftsthema: Teams sind belastbarer als Einzelne. Verbindung und Zusammenhalt sind wirksamer als Individualprogramme.
  • Spannungsfähigkeit ist eine Schlüsselkompetenz: Die Zukunft gehört Führungskräften und Organisationen, die Widersprüche, Komplexität und Ambivalenz aushalten können.
  • Haltung vor Maßnahmen: Obstkorb, Apps oder Einzelmaßnahmen ersetzen keine klare innere Haltung und authentische Führungsgespräche.
  • Verbindung ist der zentrale Hebel: Resilienz entsteht dort, wo echte Beziehung gepflegt wird – zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden sowie im Team.
  • Klare Grenzen gehören dazu: Der Arbeitsplatz ist kein Therapieort. Probleme früh, ehrlich und mutig ansprechen statt kompensieren.
  • Rahmenbedingungen zählen: Stabilität, Klarheit und faire Strukturen sind die Basis, auf der Mitarbeitende Leistung zeigen können.
  • KI verstärkt, was da ist: Technologie ist ein Katalysator – entscheidend bleibt das Menschenbild.