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Auch
ohne Lichtschalter Visionen
Benediktbeurer Management-Gespräche
finden wachsendes Interesse
Benediktbeuern – Visionen
bestimmen die Tagesordnung der 16. Benediktbeurer
Management-Gespräche. Im Laufe der Jahre ist die anfangs kleine
und überschaubare Runde mit Vertretern aus Wirtschaftsunternehmen
und Führungskräften in sozialen Einrichtungen zu einem stattlichen
Forum mit heuer 44 Teilnehmern gewachsen. Der Dialog finden
ungebrochen starkes Interesse. "Unternehmensvisionen - Motor oder
Bremsklotz?" war Thema der jüngsten Diskussionsrunde.
Auf die Feststellung, dass Visionen nicht am Grünen Tisch erfunden
werden können, sondern immer schon Teil der Unternehmenskultur
seien, konnte sich die Runde rasch verständigen. Visionen müssten
zwar von der Unternehmensführung entwickelt werden, für ihre
Umsetzung in der alltäglichen Arbeit müssten sie aber von der
ganzen Belegschaft getragen werden.
Bei Unternehmensfusionen können daraus besondere Schwierigkeiten
erwachsen, "wenn bestimmte, bisher wichtige Visionen plötzlich
ungültig werden oder sich mit anderen Visionen vermengen",
formulierte Dr. Egon Endres, designierter Präsident der
Katholischen Stiftungsfachhochschule. Endres ist Veranstalter der
Management-Gespräche, zusammen mit der Firma MICHAELTHIESS
Management Consultants aus München.
Eine Vorstellung von den Schwierigkeiten bei der Entwicklung einer
tragfähigen Vision für das Unternehmen vermittelte
ADAC-Geschäftsführer Stefan Weßling, München. Als großer Verein
sei der ADAC seinen Mitgliedern verpflichtet, als
Aktiengesellschaft seien aber auch die Interessen der Aktionäre,
der Mitarbeiter und der Unternehmensführung zu berücksichtigen.
Visionäres, dessen Wurzeln im Kloster Benediktbeuern ausgegraben
wurden, lieferte im Anschluss an die Konferenz Pater DDr, Leo
Weber mit einer Einführung in das "Wirken von Joseph von
Fraunhofer in seiner Benediktbeurer Zeit". Durch den genialen
Glasschleifer, Glasschmelzer und Feinmechaniker sei Benediktbeuern
in den Jahren 1807 bis 1808 zu einem Zentrum der optischen
Wissenschaft geworden. Dass Webers Vortrag über den berühmten
Benediktbeurer Lichtforscher im Dunkeln stattfinden musste, weil
der Lichtschalter in der historischen Glashütte nicht auffindbar
war, sorgte für einige Heiterkeit unter den Gästen. "Ich leuchte
Ihnen den Weg, damit Sie nicht stolpern", zeigte sich Weber von
dem kleinen Missgesschick unbeeindruckt.
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