Münchner Merkur vom 16. März 2001

 

Soziales trifft auf Wirtschaft
Hochschule organisiert Austausch

Benediktbeuren (mer)- Einmal einen Blick über den Zaun riskieren: Unter der Federführung der Katholischen Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern besuchen und „beschnuppern“ sich derzeit Entscheidungsträger aus Wirtschaftsunternehmen und sozialen Organisationen. Angestoßen wurde der Gedankenaustausch vom Dekan der katholischen Stiftungsfachhochschule, Prof. Dr. Egon Endres. Mit von der Partie bei den sogenannten „Benediktbeurer Management-Gesprächen“ ist auch Michael Thiess, Partner der Unternehmensberatung Roland Berger, die die Gespräche finanziert.

Elmar Baur, Sprecher der Geschäftsführung der Burgmann Dichtungswerke in Wolfratshausen und Martin Zeller, Geschäftsführer der Oberland Werkstätten in Gaißach, haben bereits erste konkrete Erfahrungen über Entscheidungsstrukturen und Organisationsabläufe auf der jeweils anderen Seite gesammelt. Zweimal hat Baur schon in den Oberland Werkstätten hospitiert, einmal war Zeller bei den Dichtungswerken zu Gast.

Baur zeigte sich beeindruckt, „wie soziale Organisationen es schaffen, mit geringen finanziellen Mitteln Mitarbeiter und Betreute zu motivieren“. Das erhofft sich der Unternehmer natürlich auch Vorteile für seinen eigenen Betrieb.. „Wir hoffen, unsere Mitarbeiter noch effektiver einzusetzen und zielgerechter arbeiten zu lassen, ohne äußere und innere Zwänge zu schaffen.“ Zeller zeigte sich seinerseits neugierig, „wie weit die wesentlich professionellere Steuerung und Planung in der Industrie“ für seine Einrichtung Vorbild sein könne.

Aber nicht nur die Teilnehmer versprechen sich einiges vom gegenseitigen Austausch. Auch die Studenten der Hochschule sollen durch neue Zugänge zu den beteiligten Firmen von den Wissenskooperationen profitieren, streicht Endres heraus.

Bei Roland Berger hofft man dagegen auf Kundschaft aus dem sozialen Bereich. Bei vielen Non-Profit-Unternehmen bestehe „erheblicher Beratungsbedarf“. Einig war man sich darüber, dass die vermeintlichen Gegensätze zwischen den beiden Welten auf Vorurteilen beruhen. Diese gelte es abzubauen.

 

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