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Gehetzt, zufrieden,
aber krank
Benediktbeurer Management-Gespräche untersuchen die Entschleunigung
Benediktbeuren – Über
das Tempo in Organisationen und die Möglichkeiten von Entschleunigung
diskutierte ein bunt gemischter Teilnehmerkreis bei den 13. Benediktbeurer
Management-Gesprächen. Das Spektrum der Teilnehmer reichte
von Vertretern der Pharma-Industrie bis hin zu den Banken und
Wohlfahrtsverbänden, beschreibt Prof. Dr. Egon Endres den
illustren Kreis der Manager. Der Dekan der Katholischen Stiftungshochschule
(KSFH) in Benediktbeuren organisiert die Management-Gespräche
in Zusammenarbeit mit den Michael Thiess Management Consultants,
München.
Die Meinungen, wie man auf
den wachsenden Zwang zu schnellen Entscheidungen reagieren soll,
gingen bei den Teilnehmern weit auseinander, fasste Prof. Dr.
Endres den Verlauf der Tagung zusammen. „Einige Teilnehmer
plädierten für eine weitere Beschleunigung, um die eigene
Organisation im Konkurrenzkampf zu retten. Andere wollen das System
entschleunigen, weil viele dem Tempo nicht mehr gewachsen sind.“
Dabei sind dem Einfluss der
einzelnen Akteure ohnehin enge Grenzen gesetzt. „Man muss
genau schauen, wo man das Tempo selbst bestimmen kann, und wo
es von außen vorgegeben wird. Eine Entschleunigung ist überhaupt
nur das möglich, wo man selbst Einfluss hat.“ Auffallend
ist laut Prof. Dr. Endres, dass das Phänomen sich beschleunigender
Arbeitsabläufe nicht nur die Industrie betrifft, sondern
gleichermaßen im Dienstleistungsbereich und bei den Wohlfahrtsorganisationen
auftritt.
Erfolgreich agierten häufig
die Unternehmen, denen es gelingt, sich in der Entscheidungsphase
genügend Zeit zu nehmen, die Ergebnisse dann aber schnell
umzusetzen. Die Auswirkungen beschleunigter Lebensabläufe
auf das Wohlbefinden der Menschen ist durchaus ambivalent, wenn
man den Ergebnissen einer amerikanischen Studie glaubt. Die Sozialpsychologen
haben herausgefunden, dass die Menschen an schnell-lebigen Orten
zufriedener sind. Gleichzeitig sei dort aber die Gesundheitsgefährdung
durch Herzerkrankungen und Suizide besonders hoch.
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